Dienstag, 23. August 2011

Tour 2] Rund um den Hochgrat (Stand: August 2011)


Wir reisen mit dem Zug in Oberstaufen im Allgäu an. Ein Bus, in dem das Bayern-Ticket gilt, bringt uns in einer 1/2-stündigen Fahrt, mit Zwischenstopp in Steibis und der Imbergbahn, zur Talstation der Hochgratbahn. Von dort aus starten wir unseren Aufstieg zum Gipfel des Hochgrat.

Wir folgen kurz der Straße zurück Richtung Oberstaufen.  Nach ein paar Metern geht es  links hinauf Richtung Hochgrat. Vorbei an der Unteren Lauchalpe folgen wir dem gut ausgebauten Weg der von nun an stetig ansteigend  nach oben führt. Da uns die Hitze auf  dem wenig beschatteten Aufstieg ziemlich zu schaffen macht, freuen wir uns, in der Oberen Lauchalpe (1432 m) nach ca. 1,5 Stunden auf unser erstes Radler.

Blick von der oberen Lauchalpe auf den Imberg
 Nach 0,5-stündige Rast machen wir uns auf zum nächsten Etappenziel, dem Staufner Haus (1634 m). Dies erreichen wir nach einer weiteren 0,5 Stunde. Empfangen werden wir im vollen Biergarten von ein paar Musikern der Arnacher Musikkapelle, welche zum Frühschoppen aufspielen.

Blick auf das Staufner Haus
Es ist recht gemütlich, und so entschließen wir uns, hier die Mittagshitze abzuwarten. Nach 2 Stunden Pause machen wir uns auf zum Gipfel des Hochgrat. Nach 40 Minuten von Touristen befallener Wegewanderung, die einen ab der Hochgrat-Bergstation (1708 m) zum Teil mit Flip Flops begleiten,  erreichen wir diesen. Entsprechend ist rund um das Gipfelkreuz (1833 m) wenig von Gipfelatmosphäre zu spüren. Zum obligatorischen Gipfelfoto muss man sich fast anstellen.

Blick auf das Rindalphorn
Deshalb machen wir uns schnell auf zum Abstieg. Es geht Abwärts über hohe Stufen Richtung der zweithöchsten Erhebung der Nagelfluhkette nach dem Hochgrat, dem Rindalphorn (1822 m) Vor dem Aufstieg zu dessen Gipfel biegen wir rechts ab und folgen der Beschilderung Richtung Gunzesrieder Säge. Der Weg schlängelt sich auf steinigen Wegen abwärts bis wir nach ca. 1,5 Stunden die urige Scheidwang Alpe (1317 m) erreichen. Da uns von nun an eine Teerstraße den Weg ebnet, rasten wir hier nochmals kurz und verabschieden uns von der Bergidylle.

Blick vom Gipfel des Hochgrat Richtung Westen
Die restliche Strecke bis Gunzesrieder Säge ist, wie schon gesagt geteert. Die halbe Zeit der 1,5 Stunden laufen wir bergab über eine eintönige Waldstraße. Als es endlich wieder gerade aus geht, erheitert wenigstens Kuhglockengebimmel unser Gemüht. Endlich erreichen wir  Gunzesrieder Säge. Dort geht es in der Ortsmitte rechts hinauf Richtung Buhls Alpe und Otto-Schwegler-Hütte (DAV Hütte auf 1070 m).

Blick vom Hochgrat Richtung Süden
Die äußerst freundliche Bedienung serviert uns, trotz schon fast geschlossener Küche, noch Kässpatzn. Zufällig sitzt auch der Hüttenwirt der Otto-Schwegler-Hütte im Biergarten. So haben wir auch noch ohne Voranmeldung, mit viel Glück, einen Schlafplatz erhalten.

Nach einer heißen Dusche, sitzen wir noch ein wenig mit dem Hüttenwirt Helmut Hadek und einer Weinschorle, unter sternenklarem Himmel, auf der Terrasse. Danach fallen wir völlig fertig ins Bett und schlafen bis 7.00 Uhr.

Um 7.30 Uhr verabschieden wir uns von Helmut Hadek und machen uns auf den Weg Richtung Immenstadt. Nach ein paar Kilometern erreichen wir Gunzesried. Unsere Knochen und Füsse machen nicht mehr wirklich mit uns so entschließen wir uns, hier in den Bus nach Sonthofen zu steigen. Vorher nehmen wir noch ein Frühstück in der Gunzesrieder Sennerei ein.

Von Sonthofen aus fahren wir mit dem Zug nach Immenstadt. Dort essen wir kurz direkt im Bahnhof in Foody´s Fastfood-Restaurant gut, fast zu reichlich und günstig zu Mittag. Anschließend treten wir per Bahn die Heimreise an.

Fazit: Eine schöne, gut ausgeschilderte, jedoch (für Anfänger) kräftezehrende Strecke. Es gibt zumindest am Aufstieg mehrere Einkehrmöglichkeiten. Die Preise für Essen und Trinken sind auf allen Alpen überraschend günstig (0,5 Radler ca 2.,70 EUR / Vesper zwischen 3 EUR und 5 EUR) und auch vom Service wird man überall herzlich begrüßt und freundlich bedient.

Zeit: Alles in allem, sind wir mit mehreren Pausen ab dem Busbahnhof bis zur Übernachtungsstätte 12 Stunden auf den Beinen.

Unser Kartenmaterial: Bayerisches Landesvermessungsamt,Karte UK L8, 1:50000, Allgäuer Alpen

Mehr Infos zu den Regionen Allgäu und Bodensee erhalten Sie auf www.allgaeu-bodensee-portal.de



Sonntag, 14. August 2011

Tour 1] Von der Nebelhornbahn-Station Höfatsblick auf den Großen Daumen. (Stand: August 2011)


Wir fahren mit dem Zug nach Oberstdorf im Allgäu. Vom Bahnhof bis zur Talstation (828 m) sind es ca. 10 Minuten Fußweg. Für Autofahrer gibt es direkt an der Talstation genügend Parkplätze.

Unsere Route beginnt bei der Station Höfatsblick (1.932 m). Bis dorthin fahren wir mit der Nebelhornbahn. Hin- und Rückfahrt, mit Blick auf die Erdinger Arena, kosten von der Talstation 24 Euro pro Person.

Ein Hinweis vorweg: Die Station Höfatsblick ist die letzte Chance Proviant zu besorgen. Auf der Tour gibt es keine Hütten o.ä.. Gleich neben der Station befindet sich auch das Edwin-Probst-Haus.

Das Edmund-Probst-Haus auf 1932 m
Oben angekommen verstauen wir unser überschüssiges Gepäck in einem Schließfach (2 Euro).

Wir schnüren unsere Schuhe, verabschieden uns von den Touristenmengen und machen uns auf, den Westhang zu erklimmen. Hier geht es gleich mal einen schönen Anstieg hinauf. Wer hier schon konditionelle Probleme bekommt, sollte besser überlegen, ob die Route geeignet ist.

Auf dem Westhang angekommen, erwartet uns ein abwechslungsreicher Ausblick. Südlich befindet sich das Obertal. Hier fällt einem im Hintergrund gleich der markante Hochvogel ins Auge. Nördlich der Hindelanger Klettersteig, welcher vom Nebelhorn bis zum Großen Daumen unser ständiger linker Begleiter bleibt. Und gerade aus, Richtung Nordosten, der verkarste Koblat.

Der verkarste Koblat mit Blick Richtung Laufbichlkirche


Dieser birgt unsere, wie wir bald merken, äußerst abwechslungsreiche Route. In einem ständigen auf und ab folgen wir dem Pfad des Deutschen Alpenvereins. Vom leichten Geröllweg bis zur leichten Kraxltour ist alles dabei.

Schließlich erreichen wir den Koblatsee und kurz danach den Laufbichlsee (2012 m) . Im Hintergrund sehen wird die grasbewachsene Laufbichlkirche.

An einem der Seen bietet sich eine kurze Rast an, denn beim Laufbichlsee geht es dann steil über Geröllserpentinen auf den Grat. Hier erreicht man links den Hindelanger Klettersteig und rechts geht es zum letzten Anstieg auf den Großen Daumen.

Laufbichlsee- und Kirche, Koblatsee und Hindelanger Klettersteig (vlnr.)
Auf dem Gipfel des Großen Daumen (2.280 m) erwartet uns ein atemberaubendes Panorama mit Blick auf die Allgäuer Alpen. Nach einer kurzen Rast treten wir den Rückweg an. Wem es die Zeit erlaubt, der kann nun noch über den Engeratsee zurück laufen.

Wir haben leider etwas viel Zeit beim Fotografieren verloren und müssen den direkten Rückweg nehmen. Wieder an der Station Höfatsblick angekommen erwartet uns eine riesige Menschenschlange, die sich zur angeblich letzten Talfahrt (16.30 Uhr) anstellt. Da es Donnerstag ist, und die Bahn länger fährt (Sonnenuntergangsfahrt jeden Donnerstag 21.00 Uhr), beschließen wir erstmal gemütlich ein paar Radler (3,40 Euro) zu trinken. Gegessen haben wir nichts, daher können wir über die Qualität leider nichts berichte. 

Nachdem sich die Wartezeit verkürzt hat, fährt uns die Nebelhornbahn wieder nach unten und wir laufen zurück zum Bahnhof. Auf der Strecke befinden sich jede Menge Restaurants, vom Imbiß über die Gutbürgerliche bis zur internationalen Küche.  Wir schnappen uns noch schnell einen kleinen Snack in der Bahnhofsbäckerei und dann kommt auch schon der Schienenersatzverkehr.

Fazit: Den Anfänger und Anti-Sportler in unserem Team hat die Tour ganz schön ins Schwitzen gebracht. Aber auch er hat es geschafft und es hat sich gelohnt. Die gut gekennzeichnete Tour wartet mit herrlichen Panoramen und abwechslungsreichen Wegen.
Zeit: Für die Wanderung sollten Anfänger wie wir ca. 6 Stunden einplanen.
Letzte Talfahrt: 16.30 Uhr (mehr Infos auf www.das-hoechste.de)
Unser Kartenmaterial: Bayerisches Landesvermessungsamt,Karte UK L8, 1:50000, Allgäuer Alpen

Mehr Infos zu den Regionen Allgäu und Bodensee erhalten Sie auf www.allgaeu-bodensee-portal.de